|
Mittelalter, Kurpfälzische Herrschaft, Dreißigjähriger Krieg
1056
Erste namentliche Erwähnung der Stromburg im Zusammenhang mit der
urkundlichen Benennung eines Grafen Bertolf von Stromburg
zum Mitschiedsmann im Streit der Abtei St. Maximin zu Trier
mit ihren Schirmvögten (Schutzherren) durch Kaiser Heinrich III.
Diese kaiserliche Beauftragung bestätigt die Reichsunmittelbarkeit
(Reichsbesitz) der Burg. Stromberg feierte auf Grund
der Ersterwähnung im Jahr 2006 den 950. Geburtstag der Stadt!
1116
Zerstörung der Stromburg durch den Mainzer Erzbischof Adalbert.
Im Streit zwischen Kaiser Heinrich V. und Papst Paschalis II.
war der Mainzer Erzbischof Adalbert I. über kaiserliche Burgen
hergefallen und hatte auch die kaiserliche Feste Stromburg zerstört.
In einem Schreiben aus dem Jahre 1120 beschreibt der Kaiser
den Grad der Burgzerstörung mit "Funditus" d.h. von Grund auf.
1131
Die im Schatten der Burg entstandene Talsiedlung wird erstmals in einer
päpstlichen Bulle Innocenz II. urkundlich auch als "Stromberch" erwähnt.
1156
endet die Reichsunmittelbarkeit, d. h. die kaiserliche Periode des Stromberger
Bereichs. Kaiser Friedrich I (Barbarossa) überträgt die Burg samt Herrschaftsbereich
seinem Halbbruder Konrad von Hohenstaufen einschließlich der durch den Tod Herrmanns von Stahleck
frei gewordene Pfalzgrafschaft bei Rhein. Konrad bekam dazu auch anderes von
den Salierkaisern herrührendes Kron- und Hausgut, das durch ihn mit der Pfalzgrafschaft
bei Rhein verbunden wurde. Dies galt auch für Burg und Territorium mit allem Zubehör.
Dieses Territorium umfasste neben der Burg auch die Wohnsiedlung am Fuße der Stromburg,
genannt das "Thal Stromberg", eine Bezeichnung, die mit der heutigen Bezeichnung
Talstraße noch in Erinnerung gehalten wird. Unter Konrad entstand die Stromburg nunmehr
als landesherrliche Burg stärker und wehrhafter als zuvor aus ihren Trümmern.
1214
verlieh Kaiser Friedrich II die Pfalzgrafschaft bei Rhein an das Haus
Wittelsbach. Die Wittelsbacher trieben die Konsolidierung ihres
Machtbereiches voran. Es gelang ihnen so, nach 1214 zur wichtigsten
weltlichen Macht am Mittelrhein aufzusteigen.
Sie bilden aus der Siedlung und umliegenden Dörfer
eine Verwaltungseinheit (Amt, später Oberamt Stromberg). Die Herrschaft der
Wittelsbacher währte annähernd sechs Jahrhunderte als Pfalzgrafen bei Rhein und
spätere Kurfürsten von der Pfalz.
1227
Die Stromburg war nun Sitz der Wittelsbacher Pfalzgrafen und damit Zentrum
der rheinischen Pfalz, bis diese 1227 ihre Residenz nach Heidelberg verlegten.
Bis zu diesem Zeitpunkt dürfte so manche, auch für das Reich bedeutsamen Entscheidung
auf der Stromburg gefällt worden sein. Nach der Verlegung der pfalzgräflichen
Residenz durch die Wittelsbacher als landesherrliche Obrigkeit wurde die
Stromburg der Obhut von Burggrafen anvertraut.
1255
wird Stromberg als Hauptort eines Amtes bezeichnet, womit auch die damalige
Bedeutung der Wohnsiedlung selbst in gewissem Umfang charakterisiert wird.
Im frühen 15. Jahrhundert wechselt dann der Titel des obersten Beamten auf der
Burg von Burggraf zu Amtmann.
1354
Zur Burg hatte sich inzwischen ein zugehöriges Territorium als Stromberger Bezirk
entwickelt. Es umfasste neben dem Talort "Thal zu Stromberg" etwa ein Dutzend Gau- und
Walddörfer. In diesem Jahr verbrieft Pfalzgraf Ruprecht II. in einer sog. Freiung
dem Talort als Ansiedlung von Lehensleuten der Stromburg städtische Freiheiten,
darunter das Recht auf Markthaltung und Mauerumwehrung.
1422
Die Stromburg war immer Sitz eines landesherrlichen Amtmannes.
Bekannt davon wurden "von Obentraut" und, jedoch viel früher, die
"Fuste von Stromburg" die um 1422 in Erscheinung traten und
nach denen ab 1816 die Stromburg vorübergehend "Fustenburg" genannt wurde.
Im fünfzehnten Jahrhundert wurde die Burg als Sitz eines Amtmannes
zur "Verwaltungsburg" der nunmehr fest umrissenen
kurpfälzischen Amtei Stromberg mit dem Talort Stromberg als Hauptort
und Verwaltungsmittelpunkt. Im gleichen Jahrhundert wurde Stromberg mit seinem
Verwaltungsbereich zum Oberamt erhoben. Das Oberamt Stromberg
umfasste 15 Dörfer und die Oberamtsstadt Stromberg.
1581
Johann Barthel von Obentraut wird Amtmann zu Stromberg und übt
dieses Amt bis September 1610 aus. Er war Vater des
Hans Michael Elias von Obentraut, genannt
der Deutsche Michel.
1614
Völlige Zerstörung der im 11. Jahrhundert gebauten Burg Gollenfels
im Jülich-Cleve´schen Erbfolgestreit, in den auch die Kurpfalz verwickelt
war, durch die auf kaiserlichen Befehl aus den Niederlanden
angerückten spanischen Truppen.
1619
Wiederaufbau der Burg Gollenfels durch Hans Werner Hammerstein,
der als kurpfälzischer Amtmann von Böckelheim im Jahre 1618 die
Ruine samt ihrem Zubehör gekauft hatte.
1620
Stromberg mit der Stromburg gerät in die Wirren des dreißigjährigen
Krieges. Anfang November besetzen spanische Truppen Stadt und Burg.
Anfang des Jahres 1632 wurden die Spanier von schwedischen Truppen
verdrängt, die mittlerweile der protestantischen Union zu Hilfe
gekommen war. Sie setzten sich in Stromberg bis Ende des Jahres
1635 fest. In den Jahren 1636-1639 hatten dann kaiserliche Truppen
die Oberhand. 1639 kamen die Franzosen, 1641 erneut die Kaiserlichen
und 1644 wieder die Franzosen. Sie blieben mit ihrer Truppe noch über
den Friedensschluss des Jahres 1648 hinaus bis Mitte 1650. Gleichgültig
welche Kriegspartei gerade das Sagen hatte, die Bevölkerung litt enorm
unter den grässlichen Begleiterscheinungen (Seuchen, Hungersnot,
Schatzungen) des Krieges. Von schweren Beschädigungen
von Stadt oder Stromburg wird allerdings aus jener Zeit nichts berichtet!
Weiter mit dem Jahr 1689 >>
|
 |

Wappen der Ritter von Stromberg

Siegel der Ritter Fust von Stromberg

Wappen der Ritter Fust von Stromberg
Grundriss der Stromburg
Generalleutnant Hans Michael Elias von Obentraut
genannt der "Deutsche Michel" (zeitgenössischer Stich)
Stromberg um 1620
Quellen Abbildungen und Texte:
Chronik 1897 August Gerlach
Chronik 1971 Robert Schmitt
Chronik 2002 Rainer Seil
|