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Hans Michael Elias von Obentraut
Er wurde als ältester Sohn des Oberschultheißen Johann Barthel von
Obentraut und dessen Ehefrau Anna Apollonia Schenkin zu Schmidtburg am
2. Oktober 1574 geboren. Zusammen mit seinen Eltern verbrachte er seine
Kindheit und Jugend auf der Stromburg, wo sein Vater als kurpfälzischer
Amtmann residierte.
Nach einem kurzen Studium der Rechtslehre in Heidelberg erwarb der junge
Obentraut das Leutnant-Patent in den Diensten seines Landesherrn Kurfürst
Friedrich V. von der Pfalz. Im Jahre 1612 war er Rittmeister über
200 Reiter, im Jahre 1619 befehligte er im Range eines Oberst 500
pfälzische Reiter, mit denen er in das Geschehen des Dreißigjährigen Krieges eingriff.
Die Wirren der damaligen Zeit mit den ständigen
Streitereien unter den Fürsten und Landesherren des Reiches um religiöse Bekenntnisse,
Ländereien, Erbansprüchen und Einzelrechten hatten schließlich 1618
zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges mit all seinen dramatischen
Auswirkungen für die Menschen im mitteleuropäischen Raum geführt.
An der Seite seines Landesherrn tat er sich zunächst als kühner und erfolgreicher
Offizier hervor, der im südwestdeutschen Raum gegen die katholische Liga
und den Verlust seiner Heimat kämpfte. Seine Erfolge ließen alsbald einen legendären
Ruf entstehen. Einer seiner Widersacher, der Spanier Spinola, gab ihm ehrfürchtig den
Namen "Miguel Aleman", woraus "Deutscher Michel" entstand.
Nachdem sein Dienstherr Friedrich V. versucht hatte, König von Böhmen zu werden
und danach als sog. "Winterkönig" ins Asyl nach England fliehen musste, verlor auch
Obentraut seine Heimat, da sein Widersacher, der kaiserliche General Tilly, die Pfalz
erobert hatte. Zur Stromburg konnte Obentraut nicht zurückkehren.
Er schlug sich nach Norddeutschland durch und trat als Generalleutnant in
die Dienste des Dänenkönigs, der den protestantischen Fürsten in Norddeutschland
zu Hilfe gekommen war.
Im Herbst des Jahres 1625 kam es an der mittleren Weser zu mehreren Kämpfen, bei
denen sich erneut Tilly und Obentraut gegenüber standen. Anfang September gelang
es Tilly, die Stadt Nienburg einzuschließen. Obentraut konnte die Belagerung sprengen,
jedoch den Gegner nicht entscheidend schlagen. Einige Tage später gelang es Obentraut
gemeinsam mit Herzog Friedrich von Sachsen-Altenburg, Tilly auf Schloß Kalenberg
festzusetzen und das Schloss zu erobern. Doch Tilly entkam in Frauenkleidern, weil
Obentraut der ihm bekannten Frau eines Diplomaten freies Geleit gewährt hatte.
Am 25. Oktober kam es in
Seelze bei Hannover erneut zur Schlacht zwischen den
dänischen und den kaiserlichen Truppen, wobei der Herzog von Sachsen getötet und
Obentraut schwer verwundet wurde. Dies entschied die Schlacht zugunsten der kaiserlichen Truppen.
Tilly ließ das Kampfgeschehen einstellen und begab sich zu dem sterbenden Obentraut,
den er ja seit Jahrzehnten kannte, um ihm persönlich seine Achtung zu bezeugen.
Obentraut wurde später in der heutigen Marktkirche in Hannover beigesetzt. Noch
heute sind sein Banner, Schwert, Sporen, Helm und Schild in der Johanneskirche
in Hannover zu sehen.
In Seelze steht am Ort des Geschehens eine Sandsteinpyramide des hannoverschen
Bildhauers Jeremias Sutel aus dem Jahr 1630, errichtet nach der Schlacht.
Das früher gut sichtbar an der Straße vor dem Dorf stehende "Obentrautdenkmal",
um das der Ort inzwischen herum gewachsen ist, wurde zu einer Art Seelzer Wahrzeichen.
Hans Michael von Obentraut war ein Offizier, der im Denken seiner Zeit eine
gute und gerechte Sache vertrat und für seine religiöse und politische Überzeugung
in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges engagiert kämpfte.
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Ein Stich von Merian zeigt den Deutschen Michel im Küraß
mit der charakteristischen Barttracht jener Zeit.
Familienwappen der Familie von Obentraut. Ein quer geteiltes Schild, im oberen blauen Bereich drei goldene
Lilien, im unteren silbernen Feld drei rote Pfähle.

Das Obentrautdenkmal in Seelze erinnert daran,
daß der Reitergeneral Michael von Obentraut, genannt der deutsche Michel,
im Herbst 1625 auf dem Schlachtfeld südlich von Seelze tödlich verwundet wurde.
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